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Jetzt wird es staubig! Weltpremiere für die Steer-by-Wire Technik in der Rallyeszene

Nächste Herausforderung für das digitale Fahr- und Lenksystem Space Drive von Schaeffler Paravan: Nach dem erfolgreiche Dauerbelastungstest der Steer-by-Wire Technologie beim ADAC TOTAL 24h Rennen auf dem Nürburgring vor gut zwei Wochen wird nun Rallyelegende Armin Schwarz ins Lenkrad greifen. In einem Ford Fiesta R5 wird er Anfang November bei der Lausitz-rallye seinen ersten Rallyeeinsatz haben.

Auch bei diesem Einsatz gibt es zwischen Eingabeeinheit und Lenkgetriebe keine mechanische Verbindung. Ein außergewöhnlicher Härtetest mit extrem schnellen Lenkbewegungen und dreidimensionalen Bewegungsreizen. Damit soll das System noch mehr an seine Grenzen geführt werden und weitere wichtige Erkenntnisse für die Großserienentwicklung liefern.


„Im Off-Roadbereich hat Space Drive noch einmal ganz andere Belastungen auszuhalten, von Unebenheiten, wechselnden Fahrbahnbelägen, Schmutz und Feuchtigkeit, bis hin zu deutlich längeren Distanzen als im klassischen Rennbetrieb“, sagt Roland Arnold, CEO der Schaeffler Paravan Technologie GmbH & Co. KG sowie Geschäftsführer der Paravan GmbH, wo das System aus der Behindertenmobilität heraus entwickelt wurde. „Erste Tests im August haben uns gezeigt, dass sich das System als sehr robust - auch unter diesen harschen Bedingungen - erwiesen hat. Wenn Space Drive den Belastungen der Rallye standhält, dann sind wir auch mit Blick auf die Materialbeschaffenheit der Komponenten einen ganzen Schritt weiter.“


Erste Tests mit dem Ford Fiesta R5 fanden auf dem Area39 -Gelände in Gröningen statt. Das im Harzvorland gelegene Rallye Test- und Trainingsgelände gehört keinem geringeren als Armin Schwarz. Er ist bis heute der letzte deutsche Rallyepilot der einen Rallye-Weltmeisterschaftslauf gewann. In dem staubigen Schottergelände erwies sich das Fahrzeug in der Lenkung als sehr robust, wendig und kontrolliert - trotz der sehr schnellen Bewegungen und den Unebenheiten des Geländes.


„Emotional ist für mich Rallye, ein Fahrgerät zu beherrschen auf einer natürlichen Strecke. Mit Space Drive ist das was ganz Besonderes, weil es eine ganz neue Epoche markiert, was die Lenkungs- oder Fahrwerksentwicklung angeht“, sagt Rallyelegende Armin Schwarz nach dem ersten Test. „Das Auto geht eh wie der Teufel, da brauchst Du auch eine Lenkung, die hinterherkommt. Die Lenkung hat klare Vorteile, weil sie sofort einsetzt, sobald Du etwas tust. Wir programmieren etwas und es reagiert.“
Schwarz selbst wird im Rahmen der 23. Int. ADMV-Lausitz-Rallye, die vom 5. bis 7. November 2020 ausgetragen wird im Cockpit Platz nehmen, um den Härtetest unter realen Bedingungen zu erfahren. Auf der Beifahrerseite wird der aus Klausen stammende Rallye-Beifahrer Dennis Zenz sitzen. Es warten zwei fordernde Rallyetage und insgesamt 345 Kilometer Geländepiste mit Schotter und Asphalt.


Da die Steer-by-Wire Technik für den Rallyeeinsatz noch keine FIA Homologation hat, wird der im markanten und typischen Schaeffler-Paravan-Design gehaltene Ford Fiesta R5 #03 vor dem Feld auf die Prüfungen gehen aber keine Wertungen bekommen, der DMSB gab hierfür eine Ausnahmegenehmigung. Das Besondere am Rallyefahrzeug, neben der Zulassung vom Deutschen Motor Sport Bund (DMSB), wird für den Betrieb des Fahrzeuges auch eine Straßenzulassung benötigt. Beides hat der Schaeffler Paravan Technologieträger.


„Es fasziniert mich, an so einem zukunftsweisenden Projekt mitarbeiten zu können“, sagt Schwarz. Die Teilnahme an der Lausitzrallye ist nicht als Comeback mit einer aktiven Teilnahme in den klassischen Wettbewerben und Meisterschaften zu verstehen. Der Offroad-Spezialist stellt sich ausschließlich in den Dienst des Steer-by-Wire-Projektes und fährt im Rahmen der Erprobungen ausgewählte Wettbewerbe. „Du bist nur alt, wenn Du nicht mehr bereit bist etwas Neues zu lernen“, sagt er. „Es ist für mich was ganz Neues. Aber das sind so Dinge, wo man im Alter noch was dazu lernen kann. Alles was einem hilft, nimmst du schneller an, da du dadurch schneller und vor allem sicherer Autofahren kannst.“


Die Lausitzrallye

Die Lausitzrallye feiert in diesem Jahr ihr 20-jähriges Jubiläum. Die seit dem Jahr 2000 vom ADMV ausgetragene Rallye besticht in Europa mit einzigartigen Schotterpisten. Die von der FIA und vom DMSB anerkannte Rennveranstaltung in der Lausitz lockt Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus der ganzen Welt an und beinhaltet auch nationale Serien wie dem Schotter-Cup, der ADMV-Meisterschaft sowie der Sächsischen Meisterschaft.


Rennsport als Entwicklungs- und Technologieplattform

Image    Motorsport ist für uns Technolgieplattform und Entwicklungslabor zugleich. Der Test unter Extrembedingungen bringt wichtige Impulse für die Entwicklung. Das beste Beispiel dafür ist Space Drive, eine Schlüsseltechnologie für das autonome Fahren, entstanden aus der Behindertenmobilität, die bereits auf verschiedensten Rennstrecken getestet wird. Armin Schwarz trägt als Rallyepilot und Markenbotschafter von Schaeffler Paravan aktiv dazu bei, das Drive-by-Wire-System Space Drive unter härtesten Bedingungen zu perfektionieren.

Über die Schaeffler Paravan Technologie GmbH & Co.KG
Die Schaeffler Paravan Technologie GmbH & Co. KG ist ein auf die Entwicklung ausfallsicherer Drive-by-Wire Systeme – „Space Drive“ – und auf Fahrwerksystemlösungen spezialisiertes Unternehmen. Es hat seinen Sitz in Herzogenaurach mit einer Betriebsstätte in Pfronstetten-Aichelau. Die Schaeffler Paravan Technologie ist ein Joint Venture (90 Prozent Schaeffler und zehn Prozent Roland Arnold) und wurde im Oktober 2018 gegründet. Das von Paravan-Gründer, Roland Arnold entwickelte Space-Drive-System wurde komplett in das Joint Venture übertragen und wird dort industrialisiert. Für zukünftig autonom fahrende Fahrzeuge entwickelt die Schaeffer Paravan zudem ein „Rolling Chassis“ mit intelligenten Corner Modulen – mit integrierten Schaeffler Radnabenmotoren, Bremsen, Space Drive Lenkung (90 Grad) und Federung in einem System. www.schaeffler-paravan.de

Über Armin Schwarz - Die deutsche Rallyelegende
Schwarz begann seine Profikarriere im Rallyesport 1987 und fuhr schon damals in den Schaeffler-Farben. In diesem Jahr, sowie 1988 wurde er Deutscher Meister und trat ebenfalls in der Rallye-Weltmeisterschaft an. 1996 gelang ihm der Europameister-Titel. Seine Profikarriere beendete er als Werkspilot für Škoda nach der Saison 2005. Seitdem war er als Team-Manager und TV-Experte weiterhin an den Off-Road-Strecken auf der ganzen Welt anzutreffen. Inzwischen betreibt Armin Schwarz das Testgelände Area 39 in Gröningen, auf dem nicht nur Profis ihre Runden drehen, sondern auch ambitionierte Hobbypiloten Fahrerlehrgänge besuchen, oder ihre Fähigkeiten im Rallyesport verbessern können.

 

 

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